„Möbel und Geflecht“

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Hansgert Butterweck / butterweck-geflecht.de

Es war faszinierend Sie beim „flechten“  zu beobachten, wie kamen Sie dazu so ein Kunsthandwerk als Beruf auszuüben?

Ich werde oft gefragt wie ich dazu kam, und es ist tatsächlich eine lange Geschichte. Mein Heimatort war bis in die 1950er Jahre geprägt von der Korbflechterei. Als ich Jugendlicher war, gab es nur noch einen wirklichen Handwerksbetrieb und ich fand es faszinierend dort rein zu schauen. Der Meister war ein Original wie es sie nur noch selten gibt und so kam eins zum anderen. Ich schaute verlegen zu, fragte ob ich wiederkommen können, lies mir mal was zeigen, probierte mal selber was aus und so weiter. Als ich dann das Abitur in der Tasche hatte, dachte ich, die Flechterei könnte auch mein Beruf sein. Also suchte ich mir einen Ausbildungsplatz, und ich bin dabei geblieben. Obwohl mich viele für etwas verrückt hielten.

Woran arbeiten Sie aktuell?

Zur Zeit arbeite an einer Wintergarteneinrichtung -Sessel und Tische – für eine Kundin, die einige Sondermaße benötigt und Ihre individuellen Vorstellungen realisieren möchte. Es sind solche Leute, die zu mir kommen. Sie suchen individuelle Lösungen und wollen das mit einem Handwerker besprechen. In diesem Fall sollen die Möbel leicht und zierlich sein und auf die Größe der Personen angepasst werden.

Bieten Sie auch Workshops für interessierte an?

Für alle die sich mal mit dem Flechthandwerk beschäftigen möchten oder ihre Kenntnisse erweitern möchten, bieten wir eine vielseitige Bandbreite von Workshops an. Neben dem was was wir persönlich anbieten, laden wir uns gern auch Freunde und Kollegen aus ganz Europa – Dänemark, Spanien, Frankreich – ein um spannende Begegnungen mit dem Handwerk und mit den jeweiligen Kunsthandwerkern zu schaffen. Das Spektrum reicht von einfachen kreativen Dingen, wie kleinen Schalen oder dekorativen Blumenobjekten, über die klassischen Grundtechniken bis hin zu Kursen für Profis, wo spezielle Varianten und Details erlernt werden. Der internationale Austausch ist ein echtes Erlebnis für alle. Mehr Infos unter: www.flechtsommer.de

Was war Ihr allererstes Kunstwerk?

Seit einiger Zeit habe ich viel mit Designermöbel z. B. mit den  Bauhaus-Klassikern zu tun.
Ich habe aber das Flechten mit den traditionellen Produkten meiner Heimat begonnen. Das ist fast 30 Jahre her. Hier waren es solide Weidenkörbe, funktional mit cleveren Details und klassischen Formen. Auch wenn im Laufe der Zeit viel an Gestaltung, Design und Objekt haften dazu gekommen ist, liebe ich nach wie vor diese Körbe. Ich wandele sie ab und verändere sie ein wenig nach meinen Vorstellungen oder ich bleibe ganz traditionell am Original. Sie werden nie langweilig und es gibt immer noch was zu lernen und zu entdecken. Ein unerschöpfliches Gebiet.